8. März 2004
Der Arbeitskreis Ökologie fordert, dass die Bundesregierung möglichst umgehend eine Regulierungsbehörde für die Stromwirtschaft einführt. Neben dem Sicherstellen des Wettbewerbes muss diese Behörde auch den Wahrheitsgehalt der Verbraucherinformation durch die Stromversorger überwachen.
Die meisten Stromversorger in Deutschland haben für 2004 ihre Preise um fünf bis zehn Prozent angehoben. Die Haushalte müssen mit einer Mehrbelastung von drei bis fünf Euro im Monat rechnen. Zudem zahlten die Haushalte bereits im Jahr 2003 fünf Milliarden Euro zuviel für ihren Strom, weil die Preise von wenigen Konzernen diktiert wurden. Statt 3,6 Cent je Kilowattstunde zu verlangen, die Stromverteilung und Vertrieb tatsächlich kosteten, kassierten die Stromversorger 6,8 Cent, stellt der Bund der Energieverbraucher fest.
Die Verbraucherschützer warfen der Branche vor, unzutreffende Begründungen für ihre Preiserhöhungen zu nennen. So sei es falsch, dass hohe Vergütungen für erneuerbare Energien wie Wind- oder Wasserkraft den Strompreis in die Höhe trieben. Tatsächlich sei der Anteil von Ökokstrom am Strommix im vergangenen Jahr zurückgegangen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Johannes Lackmann. In Jahr 2003 berechnete die Stromwirtschaft ihren Kunden 0,42 Cent pro Kilowattstunde für den Stromanteil aus erneuerbarer Energie. Dieser Wert liege um ein Viertel über den tatsächlich anfallenden Kosten. Den Haushalten wurden so weitere 526 Mio. Euro zuviel berechnet.
"Die Stromkonzerne bereichern sich auf Kosten der deutschen Verbraucher und begründen dies mit den Kosten für erneuerbare Energien, was nicht stimmt," erklärt Roger Podstatny, Sprecher des Arbeitskreis Ökologie.