11. Dezember 2002
Die Podiumsdiskussion „Forschungsstandort Rhein-Main“ war gut besucht. Auf dem Podium und mit dem Publikum entwickelte sich, moderiert von Roger Podstatny, Landtagskandidat im Frankfurter Westen, eine interessante Diskussion.
11. Dezember 2002
Die Podiumsdiskussion „Forschungsstandort Rhein-Main“ war gut besucht. Auf dem Podium und mit dem Publikum entwickelte sich, moderiert von Roger Podstatny, Landtagskandidat im Frankfurter Westen, eine interessante Diskussion.
Herr Dr. Roland Mohr, Forschungsleitung Aventis Pharma Deutschland GmbH, unterstrich die Bedeutung der Pharmaforschung in Höchst, die mit 1.400 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Forschungsstandorten im Aventis Konzern weltweit gehört. Die wirtschaftliche Situation ist gut und der Ausblick positiv. Friedhelm Conradi, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der
Aventis Pharma Deutschland GmbH, betonte dies und wies darauf hin, dass es für einen Betriebsrat ausgesprochen angenehm sei, wenn wie in diesem Jahr mehr als 350 Mitarbeiter eingestellt werden. Er stellte weiter positiv heraus, dass durch einen Diskussionsprozess in der Gesellschaft die Notwendigkeit von Tierversuchen für medizinische Anwendungen kaum noch bezweifelt wird. Er kritisierte, dass durch Reimporte der Pharmaindustrie Einnahmen fehlen.
Julio Martinez, Betriebsratsvorsitzender der Bayer CropSience GmbH im Industriepark Höchst, ist in einer deutlich anderen Situation als der Kollege Conradi, da durch Entscheidung des Unternehmens Personal auch im Forschungsbereich abgebaut wird. Mit Pflanzenschutzforschung, mit dem Schwerpunkt Herbizide, beschäftigen sich etwa 400 Mitarbeiter bei Bayer CropSience im Industriepark.
Gudrun Schaich-Walch, stellv. Vorsitzende der SPD Fraktion im Bundestag, hob die vielen Förderungsmaßnahmen des Bundes für Forschung hervor und unterstrich die guten Rahmenbedingungen für Forschung im Rhein-Main Gebiet durch die dort ansässigen Institute wie Dechema, Max-Plank-Institut und Universität. Herr Dr. Mohr stellte jedoch fest, dass bei den von Aventis angestrebten Kooperationen mit Hochschulen meist die entsprechende Kompetenz in der Rhein-Main-Region fehle. Hier sei eine Verbesserung der Zusammenarbeit von Hochschule und Wirtschaft durch die Hessische Landesregierung notwendig. Er ging weiter positiv auf die kurzen Genehmigungszeiten bei Genehmigungen nach BImSchG ein und kritisierte, dass die Bearbeitung der Bauanträge durch die Stadt oft sehr viel Zeit in Anspruch nehme. In diesem Punkt wurde von dem Stadtverordneten Arno Weber versprochen, sich um Verbesserung zu bemühen. Dies kommentierte Herr Dr. Mohr: „Damit werden Sie viele Manager glücklich machen.“
Gute Nachrichten zur Pharmaforschung hatten wir nicht immer. Zur Jahreswende 1997/1998 wollten die Manager der Hoechst AG 600 Stellen in diesem Bereich abbauen. Durch die gemeinsamen Anstrengungen von Gewerkschaft, Arbeitnehmern und Politik ist es gelungen, diese Arbeitsplätze zu erhalten. Mit dem Erhalt dieser Arbeitsplätze wurden die Fachleute im Industriepark gehalten, die heute von Aventis dringend gebraucht werden.
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