SPD Sossenheim freut sich über die Ehrung ihres Vorstandsmitgliedes
„Die SPD Sossenheim freut sich, dass ihr Vorstandsmitglied Yilmaz Karahasan für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement von Stadträtin Prof. Daniela Birkenfeld mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Besonders sein unermüdlicher Einsatz in der Gewerkschaft IG Metall, der AWO und seine Verdienste für die Integration sind besonders hervorzuheben. Es freut uns auch, dass er bereits 39 Jahre SPD Mitglied und auch bei uns aktiv ist,“ erklärt Roger Podstatny, Vorsitzender der SPD Sossenheim.
Yilmaz Karahasan, der 1938 in Kilimi in der Türkei geboren wurde, hat sich in vielfältiger Weise für das Gemeinwohl engagiert. Yilmaz Karahasan absolvierte in der Türkei eine Ausbildung zum Elektriker, bevor er im Jahr 1958 nach Deutschland auswanderte und in seinem Beruf zunächst bei Siemens, später bei den Ford-Werken in Köln tätig wurde. Bei den Ford-Werken hat er sich als gewerkschaftlicher Vertrauensmann und Dolmetscher, insbesondere für seine türkischen Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. Schließlich war er Gewerkschaftssekretär im Referat "Ausländische Arbeitnehmer" bei der IG Metall. Im Jahr 1992 wurde Yilmaz Karahasan als erstes nichtdeutsches Mitglied (seine Einbürgerung erfolgte erst im Jahr 2005) in den geschäftsführenden Vorstand der Gewerkschaft gewählt, bevor er 1996 in den Ruhestand trat.
Yilmaz Karahasan vertritt den DGB in der Magistratskommission für Gleichberechtigung und Integration der Stadt Frankfurt und hat an der Fachhochschule Vorlesungen zu Fragen der Integrationspolitik gehalten. Seit 2001 ist er ebenfalls Mitglied im Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt. Außerdem hat sich Yilmaz Karahasan besonders für das Stadtteilzentrum Sossenheim der AWO und das Programm "Aktive Nachbarschaft in Sossenheim" eingesetzt, und er ist im Präventionsrat Sossenheim aktiv.
Aufgrund seiner gewerkschafts- und gesellschaftspolitischen Aktivitäten, insbesondere gegen die Militärdiktaturen in der Türkei wurde er politisch verfolgt. Seine erste Festnahme war 1974 als er als Mitglied einer IG Metall-Delegation am Gewerkschaftstag der türkischen Metallarbeitergewerkschaft MadenIs in Istanbul teilnahm. Nach internationaler Intervention und der Intervention des damaligen Ministerpräsidenten Bülent Ecevit wurde er freigelassen. Seine zweite Festnahme erfolgte 1978 an der türkischen Grenze bei einer Urlaubsreise mit der Familie. Nach dem einer Nacht in der Polizeizelle in Istanbul wurde Yilmaz wieder freigelassen. Er wurde im Dezember 1978 in Abwesenheit zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Später wurde durch ein Amnestiegesetz die Verurteilung wieder aufgehoben. Der Militärputsch 1980 versperrte ihm die Türkei für weitere 13 Jahre.