10. Januar 2003
Am Donnerstag, dem 9. Januar 2003 gegen 17.45 Uhr versammelten sich bei eisigen Temperaturen interessierte Bürger und Sozialdemokraten und der Landtagskandidat Roger Podstatny auf dem Grundstück Birminghamstraße, Ecke Werner-Bockelmann-Straße. Ein Sarg mit schwarzem Kreuz und brennende Fackeln bildeten eine gespenstische Kulisse. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende der SPD Nied, Edith Freitag, ergriff Roger Podstatny, Landtagskandidat im Frankfurter Westen das Wort: „In Nied ist der Bedarf für eine weiterführende Schule seit den 70er Jahren festgestellt. Wenn die CDU/FDP Landesregierung – nachdem sich die Stadt in einem schmerzhaften Prozess zu einer Schule durchgerungen hat – feststellt: Für diese Schule gibt es keinen Bedarf, dann ist das menschen- und insbesondere kinderverachtend.“
Podstatny fuhr fort: „Mit dieser Landesregierung wird es jetzt und in Zukunft keine weiterführende Schule in Nied geben. Deshalb verbrennen wir symbolisch diesen Sarg, um zu zeigen, wie sich die Hoffnung der Nieder Bürgerinnen und Bürger in Rauch auflöst.“
Nachdem die Flammen abgeklungen waren, fuhr Roger Podstatny fort: „Neue Hoffnung kann es nur geben, wenn eine neue SPD geführte Landesregierung gewählt wird. Dann wird am 2. Februar eine neue Hoffnung wie ein Phönix aus der Asche aufsteigen. Ich versichere, dass ich mich in Wiesbaden für eine weiterführende Schule in Nied einsetzen werde – geben Sie mir mit Ihrer Erststimme die Chance dazu.“
Anschließend trafen sich um 19.00 Uhr im Bürgerhaus Nied interessierte Bürger zu einer Diskussionsrunde über die Schulentwicklung im Frankfurter Westen. Es diskutierten Angelika Kiyani (2. Vorsitzende des Stadtschulelternbeirats für Gesamtschulen und Vorsitzende des Fördervereines Georg-August-Zinn Schule), Frank Rusko (Bürger für eine Integrierte Gesamtschule in Nied), Christian Hartinger (Ortsbeirat) und Jürgen Hupe (Bildungspolitischer Sprecher der SPD im Römer) mit den anwesenden Bürgern. Das Gespräch wurde von dem Landtagskandidaten im Frankfurter Westen, Roger Podstatny, moderiert.
Jürgen Hupe stellte fest, dass in Frankfurt über 200 Schüler nicht an eine Gesamtschule vermittelt werden konnten und wegen fehlender Kapazitäten ein hohe Dunkelziffer zu vermuten sei. Der Bedarf für eine Gesamtschule ist in Frankfurt gegeben und Nied ist die geeignete Stelle. „Mit der CDU/FDP Landesregierung wird es keine Schule in Nied geben,“ so Hupe: „Da die Pläne fertig sind, könnte nach einer Entscheidung zügig mit der Realisierung, möglichst als Ganztagsschule, begonnen werden. Dies ist nur nach einem Regierungswechsel in Wiesbaden denkbar.“
Angelika Kiyani stellte die positiven Erfahrungen mit ihren beiden Kindern an der Georg-August-Zinn Schule heraus und wies darauf hin, dass von 200 angemeldeten Kindern nur 80 an dieser Schule angenommen werden konnten. Sie erläuterte das Pilotprojekt der Nachmittagsbetreuung. Dieses Betreuungsangebot werde sehr gut angenommen. Auf den Einwurf der hohen Kosten erwiderte Kiyani: „Kinder sind wichtig und kein Kostenfaktor.“
Christian Hartinger wies auf den schlechten Bauzustand der Schulen hin. „Von 1000 Nieder Kindern in der Sekundarstufe werden 660 nicht in Nied unterrichtet. Das ist ein Skandal,“ stellt Frank Rusko fest.
Roger Podstatny stellte das Zitat von Derek Bok, Präsident der Harvard Universität: „Wenn Sie Bildung für teuer halten, versuchen Sie es mal mit Unbildung.“ an den Schluß der Veranstaltung und versicherte: „Ich werde mich für eine weiterführende Schule in Nied einsetzen, den Elternwillen respektierend möglichst als integrierte Gesamtschule. Geben Sie mir mit Ihrer Erststimme die Chance dazu.“