Sollen die Anteile an der GWH auch verkauft werden?
„Der hessische Finanzminister Schäfer erklärte gegenüber hr-online, er denke darüber nach, sich von Landesbeteiligungen an Unternehmen zu trennen. Die Nassauische Heimstätte ist zu mehr als 50 Prozent im Besitz des Landes Hessen. Bei einem Verkauf würde die CDU die Mieter der Carl-Sonnenschein- und Otto-Brenner-Siedlung an Spekulanten ausliefen. Steigende Mieten wären noch die geringsten Auswirkungen“, erklärt Roger Podstatny, Vorsitzender der SPD Sossenheim.
Die Auswirkungen für Sossenheim wären dramatisch, da bei einem denkbaren Verkauf der GWH auch die Henri-Dunant-Siedlung betroffen wäre. Die vergleichsweise moderaten Mietpreise der Nassauischen Heimstätte und GWH sind ein wichtiges Marktkorrektiv, das nicht ohne Not über Bord geworfen werden dar, so Podstatny weiter.
Die meist preiswerten und öffentlich gebundenen Wohnungen der Nassauischen Heimstätte werden dringend für die Wohnungsversorgung einkommensschwächerer Haushalte benötigt. Die Leidtragenden eines Verkaufs sind längerfristig immer die Mieterinnen und Mieter in den betroffenen Wohnanlagen. Ihnen wird nach einer gewissen Schamfrist in Form von Mieterhöhungen, Umwandlung in Wohnungseigentum und Wohnungsverkäufen die Rechnung präsentiert. Die Wohnungsunternehmen leistet im Interesse des Landes eine wichtige wohnungs- und städtebauliche Arbeit und trägt darüber hinaus zur sozialen Befriedung in den Quartieren bei. Dies umso mehr, als sich in Frankfurt wieder eine dramatische Verknappung von Wohnraum mit explodierenden Mietpreisen bemerkbar mache. Nicht umsonst rangiert Frankfurt am Main mit Neuvermietungsmieten von durchschnittlich 11 Euro pro Quadratmeter bundesweit hinter München auf Platz zwei.