Zum geplanten Stellenabbau beim Telekommunikationsunternehmen Avaya im Gallus erklären der Frankfurter Bundestagsabgeordnete Gregor Amann (SPD) und Roger Podstatny, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der Frankfurter SPD:
Es ist für uns unverständlich, wie ein Unternehmen, das trotz der Finanzkrise wirtschaftlich gut da steht und Gewinne macht, knapp 300 der etwa 1.300 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Frankfurt am Main auf die Straße setzen will. Dass jede zweite Stelle der Entwicklungsabteilung gestrichen werden soll, ist eine kurzsichtige Unternehmenspolitik, denn wichtiges Know-How geht für das Unternehmen langfristig verloren. Avaya ist ein erneutes Beispiel dafür wie anonyme Finanzinvestoren, die mit Umstrukturierungen nur kurzfristige Renditeerwartungen ihrer Anleger bedienen, gesunde und gut aufgestellte Unternehmen systematisch ausbluten lassen.
Unbegreiflich ist, dass die Stadt Frankfurt dabei tatenlos zuschaut, obwohl sie die Möglichkeit hätte, Druck auf die Unternehmensführung auszuüben, ist sie doch ein millionenschwerer Kunde von Avaya und wickelt ihre Telefonsoftware und Schaltanlagen über Avaya ab. Die Tatsache, dass mit dem Frankfurter Politiker Lutz Raettig (CDU), als Stadtrat ehrenamtliches Mitglied des Magistrats, gleichzeitig ein Mitglied im Aufsichtsrat von Avaya sitzt, ist für uns nicht hinnehmbar. Wir fordern Lutz Raettig dringend auf, sich zu entscheiden, ob er die Interessen der Avaya-Eigentümer oder die der Stadt Frankfurt vertritt. Es ist unerträglich, dass ein Kommunalpolitiker der CDU, der im Wahlkampf zur Stadtverordnetenversammlung 2006 versprach, sich für den Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main und für den Erhalt von Arbeitsplätzen einzusetzen, in einem Unternehmen im Aufsichtsrat sitzt, das scheinbar ohne wirtschaftliche Not seit Jahren massiv Arbeitsplätze abbaut.